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Unter den Partys, die in der schwulen Szene einen Namen haben, ragt eine Party hervor: die Gree Komm in Köln. Sie ist, mit Partys wie der La Demence in Brüssel, eine Institution, die das schwule Lebensgefühl mitgeprägt haben. Anlässlich des 25 järhrigen Geburtag sprachen wir mit dem Initiator Dirk Hollendung.

 

 Die Green Komm wird dieses Jahr 25. Feiert man heute noch genau wie vor 25 Jahren?

Dirk: In der Regel ja. Das macht die Atmosphäre bei der Green Komm gerade aus. Von Anfang an haben wir keine Kleiderordnung gehabt. Jeder war willkommen, der einfach nur mit anderen Spaß haben, gemeinsam und zusammen tanzen will.

Am Eingang blieb mal eine ältere Dame stehen und fragte was da drinnen los sei. Ich antworte und erklärte es. Darf ich mir das mal anschauen. Sie ging rein und tanzte sogar auf dem Podest und zum Schluss kam sie ganz begeistert raus, sagte es war einfach Klasse. Das besondere bei uns ist, das alle Generationen, jeglicher Couleur miteinander feiern. Von 18 bis und man mag es gar nicht glauben 60+. RESPEKT heißt das Zauberwort.

 Wenn wir uns an den Beginn zurück begeben, wie muss sich der Leser die Party-Szene von Köln damals vorstellen?

Dirk: Das Lulu hatte kurz vorher geöffnet. Vorher waren das unvergessliche Coconut, Pimpernel und Crash. Der Musikstil war allerdings etwas anders. Nachdem überall Aciiid, harter Techno in Deutschland lief, liebten wir den von uns benannten Amsterdam Sound. Das war der Grund, weshalb wir immer ins It nach Amsterdam gefahren sind. Der Sound war unbeschreiblich. Tanzbar, viel Bass, melodisch und eingespielten Vocal Sounds und Percussions. Das war einer der Gründe, weshalb wir selber eine eigene Party zum Geburtstag machen wollten. Den Sound haben wir importiert. Der hat sich dann auch schnell weiter in Köln verbreitet wie zum Beispiel: Schwanstein, Lulu, Yocoto, etc. Das wiederum war natürlich gut auch für die Green Komm. Waren abends die Läden voll, kamen sie anschließend zu uns.

 Woher kam die Idee zur Green Komm? Gab es damals schon Vorbilder in anderen Städten oder Ländern?

Dirk: Wir waren mal wieder in Amsterdam und hielten smalltalk. Zwei Freunde von uns erzählten darüber, eine Geburtstagsparty zu machen. Ich fragte wann denn. Im August. Da ich meinen 25. Geburtstag eh groß feiern wollte, schlug ich vor, es größer zusammen zu machen.

Mein verstorbener Freund/Partner Frank Herter war als mobiler DJ tätig und kannte sich mit Anlagen und Sound aus wie kein anderer. Dadurch hatte er Unmengen an Equipment und alles, was wir brauchten, war ein Platz oder eine Halle. Den Platz fanden wir dann in Königsdorf im Wald. Da philosophierten wir, wie wir das Baby nennen könnten. Es kamen uns viele Ideen. Aus den vielen Überlegungen setzten wir den Namen zusammen. Da es im Wald war, kam das Green als Hauptteil…Green House Sound Green Projekt Green, usw..Bis wir zu Green Komm kamen. Green für Wald und Komm von Kommunikation.

Als Vorbild galt für mich das It in Amsterdam. Toller Sound, beste Lichttechnik und Atmosphäre. Dann noch das legendäre GayHappening in der Königsburg. Ich habe dort viel gelernt und mitgearbeitet. Leider gibt es Manfred, Helmy, das IT und die Königsburg nicht mehr. Wer weiß, vielleicht ist die Green Komm jetzt ein Vorbild.

 Und wer hat es angefangen? Wer war außer dir von Anfang an dabei?

Dirk: Das waren im Prinzip die 3 Löwenkinder, wie wir sie nannten. Außer mir Theo Sigfried & Michael Schumacher. Später kam noch Theos Freund Andreas Gessner hinzu. Die ersten drei Partys haben wir gemeinsam gemacht. Dann versuchten wir eine Abendveranstaltung zusätzlich. Aber zwei Veranstaltungen und Job waren einfach zu viel. Theo und Andreas kümmerten sich um die Stellar Attraction, Frank Herter und ich um die Green Komm. So blieb es dann.

Nach Franks Tod 1997 war ich alleine. Durch die Hilfe meiner engen Freunde und Franks Eltern, Liesel & Heinz Herter, habe ich die Green Komm weiter gemacht.

Stefan stieß 2010 hinzu und ist ein ganz wichtiger Teil der Green Komm geworden. Er liebt die Green Komm so sehr, dass er frischen Wind reingebracht hat. Das ist das BESTE, was der Green Komm passieren konnte. Wir haben viel voneinander gelernt, ergänzen uns perfekt und vertrauen 100 % aufeinander. Deshalb sind wir das perfekte starkes Team für Köln.

Als Ergebnis sind weitere Veranstaltungen, wie Naughtycontrol, Rudeboy, Banana und vieles mehr entstanden. Die Naughtycontrol ist mittlerweile weltweit bekannt und hat einen Stellenwert wie die Green Komm.

Der St. Nicholas Doublebang ist als sein Baby und entstanden, weil er im Dezember Geburtstag hat und wurde ein Erfolg. Andere große Veranstaltungen haben sich angeschlossen und durch den schwulen Weihnachtsmarkt zu einem Gesamtpaket geworden und es kommen tausende Gays nach Köln.

 Wie hat sich, über die Jahre gesehen, die Green Komm als Party entwickelt?

Dirk: Es gibt immer Höhen und Tiefen in den Jahren und oftmals habe ich gedacht, warum tust du dir das an? Es war ja mal eine Party für mich und nun muss ich arbeiten.
Aber die Gäste haben mich überzeugt. Für sie ist es Entspannung wie ein Urlaubstag. Einfach mal Sorgen Sorgen sein lassen. Green Komm ist mittlerweile weltweit bekannt. Tickets werden auf der ganzen Welt gekauft und manchmal schaue nach, und lese Canada, Costa Rica, Kongo, Kuweit, Israel, Korea, Mongolei, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate, Niederländische Antillen um nur einige zu nennen. So viele Nationen tanzen friedlich zusammen und das macht mich dann ein wenig stolz und ich freue mich.

 Hat man sich musikalisch an Stile angeschlossen oder sich auf eigene Party-Musikstile gesetzt?

Dirk: Der Sound hat sich, genau wie bei den Schlagern, geändert. Vergleichen Sie mal Nana Mouskouri mit Helene Fischer, etwas verändert sich immer in all den Jahren. Dennoch haben wir unsere eigene Richtung gefunden. Es gibt sogar DJs, die bei uns anderen Sound spielen als wenn sie woanders auflegen. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie bei uns mehr Spaß haben.

 Wer prägte über die Jahre die Party besonders stark, wer ist aus der Anfangszeit heute noch dabei? Welche neunen DJs sind heute prägend?

Dirk: Ganz besonders Thomas William (Marlene). Er war einfach unbeschreiblich. Keiner könnte die Leute so einfangen wie er. Alle standen auf der Tanzfläche und schrien Marlene. Einfach Klasse.

Nach ihm zu erwähnen ist Jon Doe. Ihn wollte ich damals als Resident Nachfolger haben, aber er hat wegen eines anderen Projekts leider nein gesagt. Jon Doe hat bei der Green Komm angefangen und hat sich internationalen Ruhm erarbeitet. Seit 3 Jahren hat er seine eigene Veranstaltung, die Gravity.

Mike Kelly wurde dann auf Anraten von Thomas neuer Resident. Er kam aus Australien und prägte somit auch den Sound lange mit. Zu erwähnen sind natürlich auch Wilfried, Darko, Alien, usw.. Sie waren alle auf ihre Weise auch Resident. Thomas William und Mike Kelly (kommt extra aus Australien) legen bis heute ab und zu auf und sind auch bei der 25-Jährigen dabei.

Heutzutage prägen Chriss Bekker, Pagano, Jon Doe, Mike J am meisten für mich den Sound. Leider verändern DJs manchmal ihren eigenen Sound und passen nicht mehr ins Repertoire der Green Komm.

Die Leidenschaft ist bei den DJs sehr wichtig. Wir haben im Laufe der Jahre immer wieder Newcomer eingesetzt. Viele benutzen Green Komm als Sprungbrett und das freut mich besonders.

 Welches sind sichtbare Veränderungen, etwa beim Publikum?

Dirk: Für mich, dass viele meiner engeren Freunde und Bekannte nicht mehr kommen. Als ich die Bilder durchgeschaut habe, ist mir aufgefallen, wie viele mittlerweile verstorben sind. Auf den Bildern sehen sie sehr glücklich aus. Das zeigt mir noch einmal mehr, jeden Moment zu genießen und einfach Spaß zu haben

Sichtbar für alle: Es wird noch weniger angezogen. Viele kommen zur Party und ziehen sich dann um. Sei es Sportshorts, Harness, halt mehr sexy und mehr Haut. Das war am Anfang ein logistisches Problem, was wir regeln mussten. Im Gegensatz zu Jacken haben wir fast nur noch Rucksäcke. Die Garderoben wurden kurzerhand umgebaut. Das Nachtflug ist schnell im Umsetzen. So dauert das Abgeben der Sachen im Gegensatz zu anderen Partys nicht lange.

 Andere Partys, die lange für die Partyszene standen – z.B. die Night Komm – gibt es nicht mehr? Wie hat sich das auf die Green Komm ausgewirkt?

Dirk: Das ist natürlich sehr schade und hat selbstverständlich Auswirkungen auf die Szene. Alles wird auseinander gerissen und wenn am Abend keine passende Veranstaltung war, dann kommen viele Green Komm Gäste erst nach dem Frühstück gegen 9:00 Uhr. Wir versuchen mittlerweile unsere Termine mit den großen Veranstaltern (Sexy, Male, HIM in Antwerpen, LaDemence in Brüssel, Rapido Amsterdam, etc. abzusprechen. Wir können aber nicht auf alle Rücksicht nehmen. Und leider halten sich einige nicht an Abmachungen.

 Wie hat sich, über die Jahre gesehen, die Green Komm als Party entwickelt?

Dirk: Es gibt immer Höhen und Tiefen in den Jahren und oftmals habe ich gedacht, warum tust du dir das an? Es war ja mal eine Party für mich und nun muss ich arbeiten.
Aber die Gäste haben mich überzeugt. Für sie ist es Entspannung wie ein Urlaubstag. Einfach mal Sorgen Sorgen sein lassen. Green Komm ist mittlerweile weltweit bekannt. Tickets werden auf der ganzen Welt gekauft und manchmal schaue nach, und lese Canada, Costa Rica, Kongo, Kuweit, Israel, Korea, Mongolei, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate, Niederländische Antillen um nur einige zu nennen. So viele Nationen tanzen friedlich zusammen und das macht mich dann ein wenig stolz und ich freue mich.

Info: www.greenkomm.com