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Mr. Bear Germany Stefan Eberle

Stefan Eberle ist Mr. Bear Germany 2014. Gewählt wurde er Ende November von den Besuchern der Bearnight 2013. Für BOX sprach Jochen Saurenbach mit ihm.


BOX: Stefan, in der letzten BOX hatten wir bereits berichtet, dass du der neue Mr. Bear Germany bist. Unsere Leser wollen sicherlich etwas mehr von dir wissen, wo wohnst du? Wo bist du aufgewachsen? Was hat dich in deinem Leben geprägt?


Stefan: Ich komme aus Ibbenbüren, das liegt in der nördlichsten Ecke von NRW, nahe Osnabrück. Dort sind meine Eltern 1978 mit meinen drei großen Brüdern hingezogen, um eine Konditorei mit Café zu übernehmen. Ich bin folglich der erste Eberle aus meiner Sippe, der in Ibbenbüren geboren wurde. Dort bin ich auch zur Schule gegangen und habe dort eine Lehre zum Restaurantkaufmann gemacht. Ich muss aber sagen, dass ich nach drei Jahren Lehre nicht glücklich war. Die nächste Station in meinem Leben war Düsseldorf. Es folgte 2002 die Rückkehr in meine Heimat, und zwar nach Münster. Dort lernte ich nicht nur meinen Mann Andreas kennen und lieben, sondern auch meinen heutigen Freundeskreis – wir nennen uns „La Famila“. Es folgte das Erlernen meines Traumberufes, der des Automobilkaufmanns, in dem ich noch heute glücklich arbeite. Seit sechs Monaten bin ich selbstständiger KFZ-Händler. 2011 habe ich dann meinen Mann Andreas geheiratet. Meine Freunde und Familie sind mir sehr wichtig und nehmen einen großen Teil meines Herzens ein.

BOX: Wann und wie hattest du dein Coming Out?


Stefan: Meine ersten Erfahrungen sammelte ich mit achtzehn Jahren. Ich glaubte damals, ich sei bisexuell. Aber als ich dann meine erste Freundin hatte, merkte ich sehr schnell, dass ich nur einen Mann wirklich lieben kann. Meine Familie steht voll hinter mir und mein Mann gehört fest zum Eberleklan. Meine beiden Nichten, 15 und 16 Jahre alt, wissen, dass sie nicht Onkel und Tante haben, sondern zwei Onkel. Und das ist super so!

BOX: Wie und wann wurde dein Interesse an bärtigen, bärigen, behaarten Männern geweckt?


Stefan: Für bärtige und etwas molligere Männer, so wie ich selbst einer bin, interessierte ich mich schon immer. Wobei ich sagen sollte, es ist kein Muss, aber überwiegend ist es so. Mein Mann jedoch ist kein Bär und war es auch nicht, als wir uns vor elf Jahren kennen lernten


BOX. Wie kamst du mit der Bären-, Bartmännerszene in Kontakt?


Stefan: Da es in Münster keine Bärenszene mehr gibt, bin ich schon seit langem nach Köln gefahren ins Cox. Ich finde die Gemeinschaft super und habe im Laufe der Zeit viele Freunde gefunden.


BOX: Wie wuchs bei dir die Idee, dich als Mr. Bear Germany zu bewerben?


Stefan: Genau kann ich das immer noch nicht richtig sagen und erst recht nicht glauben, dass ich der Mr. Bear Germany bin. Aber ich möchte mich ganz herzlich bedanken bei allen, die mich unterstützt haben und bei allen, die mich gewählt haben.

BOX: Wie willst du nun deinen Titel nutzen?


Stefan: Mein erstes Ziel ist es, die Bärenszene hier im Münsterland wieder zu beleben. Wir, meine Freunde und ich, haben das bereits in Angriff genommen und die Gruppe „Münsterlandbears“ gegründet. Bei facebook, Gay Royal und Gay Romeo findet man uns unter diesem Namen schon. Wir wollen eine lockere Gruppe sein, und in Kürze unseren ersten Stammtisch gründen. Natürlich möchte ich auch die gesamte Bärenszene Deutschlands würdig vertreten. Mein Vorgänger Maik Conrath hinterlässt mir wirklich große Fußspuren. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei ihm und seinem Freund Gianni ganz herzlich bedanken. Ich möchte versuchen, möglichst allen Einladungen, die ich bereits erhalten habe und die, die ich im Laufe des Jahres noch erhalten werde, nachzukommen. Mein Motto für meine Amtszeit ist „keiner muss alleine sein“. Zu meinen Aufgaben zähle ich aber auch die Präventionsarbeit, sei es HIV und Aids oder all die anderen Krankheiten, mit denen Mann sich durch Leichtsinn infizieren kann.